Ausrüstung - Kommunikation (bei Notfällen)
Mit "Kommunikation" meinen wir natürlich nicht das "Howareya", das man seinem Nachbarn
zuruft, sondern wie man sich in Notfällen verständigen kann, um gegebenenfalls
die erforderliche Hilfe anzufordern. Notfall meint in erster Linie die Autopanne in
abgelegenen Gebieten. Als unser Anlasser nach einem kurzen Stopp auf dem Mitchel Track
plötzlich nicht mehr
wollte, wurde uns schon mulmig, obwohl wir hier wohl höchstens ein paar Stunden
(eher weniger) gewartet hätten, bis das nächste Auto vorbeikommt. Aber einige
Gegenden sind wirklich sehr abgelegen, und für Pannen in solchen Gegenden muss man
gerüstet sein. Notfall kann auch ein Schlangenbiss sein. Das ist zwar unwahrscheinlich,
kommt aber gelegentlich vor. Oder jede Art von aktutem Gesundheitsproblem. Das erwarten
wir zwar nicht, aber man muss vorbereitet sein.
Die Aussies haben dazu in der Regel eine CB-Funke (damit kann man meist auch die Flying Doctors
erreichen), aber das wäre für uns
schwierig geworden: Erstens muss man eine Funk-Lizenz haben (die aber wohl recht einfach
zu bekommen ist), zweitens muss man das Funkgerät und eine möglichst große
Antenne kaufen (alles ziemlich teuer), und drittens muss dazu natürlich allerhand am
Auto gebaut und gebohrt werden, was bei gemieteten Autos wohl nicht empfehlenswert ist.
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Epirb und Sat-Phone
Hier gab es von Apollo zunächst einmal eine vernünftige Standard-Ausrüstung:
eine Epirb. Das ist eine Art Notfall-Funkbake, deren Signal von Fliegern - wie zum
Beispiel hochfliegenden Linienjets - aufgefangen wird. Funktioniert weltweit, ist sicher,
und bei Seglern wie bei Outback-Fahrern weit verbreitet. Dieses Gerät war also in
unserem Camper vorhanden. Ich habe nach der Übernahme einmal die Check-Prozedur gestartet,
diese hat festgestellt, dass das Gerät funktionsbereit ist, und genug Batterieladung hat.
Klingt gut für den Ernstfall. Das Gerät ist links im Bild zu sehen, und ist
normalerweise in der gelben Hülle verpackt.
Allerdings hatten wir von vielen Fällen gehört, bei denen zwar nicht direkt das Leben
bedroht war (und nur dann wird man seine Epirb aktivieren), sondern es eher darum ging,
große Geld- und Zeitverluste zu vermeiden (z.B. Ersatzteile bestellen, etc.). Ausserdem
wäre es beim Schlangenbiss wohl hilfreich, wenn man die Schlange beschreiben kann.
Generell kann es schon entscheidend sein, dass man die Art des Problems nennen kann, anstatt
nur seine Epirb anzuschalten. Jedenfalls hat uns das zur Überlegung gebracht, ob nicht ein
Satellitentelefon die richtige Lösung wäre...
Wir hatten schon einige Punkte vor unserer Reise von Deutschland aus geklärt. Am modernsten
sind die Iridium Satphones, aber dies schied für uns aus, da allein die Geräte kaum unter
2000 EUR zu haben sind. Dann kamen wir auf Globalstar. Das funktioniert nicht wirklich weltweit,
aber Australien ist komplett abgedeckt. Das Beste daran: man braucht nicht unbedingt einen
Vertrag (typisch über 2 Jahre) um damit zu telefonieren, sondern es funktioniert auch mit
einer SIM-Karte eines normalen deutschen Vertrags-Handys (unsere sind bei T-D1). Das kostet dann
zwar ziemlich horrende Roaming-Gebühren, aber im Ernstfall sollte das egal sein. Bleibt noch
das Gerät zu besorgen. Neue Geräte waren uns auch zu teuer, und in Deutschland gibt es
keinen großen Markt dafür (weil es kaum abgelegene Gebiete gibt). Anders in Australien.
Daher haben wir von Melbourne aus bei eBay Australien vorbeigeschaut, und tatsächlich ein gebrauchtes
Gerät gefunden, das wir dann für 500 AU$ ersteigert haben. Da der Verkäufer in
Melbourne wohnte, haben wir es gleich dort abgeholt. Dieses Gerät ist rechts im Bild zu sehen:
das Telit 550. Etwas groß, nicht mehr ganz modern, aber es funktioniert tatsächlich mit
unseren deutschen Handy-Karten. Ein Test-Anruf vom Bungle Bungle Camp nach Deutschland war dann
auch erfolgreich (wenn auch sehr teuer), und man kann sogar angerufen werden - auf der normalen
Nummer des deutschen Handys. Den Akku des Geräts halten wir natürlich immer voll geladen,
aber das etwas betagte Teil wird wohl höchstens eine halbe Stunde durchhalten. Sollte das
nicht reichen, kann ich es mit dem 200V-Netzteil über unseren Inverter (12V -> 220V) an
einer unserer beiden Batterien laden.
Übrigens war der Verkäufer nicht sehr glücklich mit dem Gerät, weil keine
Bedienungsanleitung in Englisch beilag, sondern nur in Deutsch, Französisch und Italienisch!
So haben wir das Gerät also nun mit deutscher Anleitung, und sogar (wahlweise) mit
Netzteil-Stecker nach deutscher Norm. Schon einige Reisende, die wir unterwegs trafen, hätten
uns das Gerät gerne abgekauft, denn sie waren oft auch nicht zufrieden mit Epirb bzw.
CB-Funk (entsprechende Funkgeräte mit passender Offroad-Antenne sind zudem eher
teurer als 500 AU$).
So haben wir hier ein gutes Gefül: Mit Epirb und Satphone ausgerüstet sollte man
wohl kaum in der Wüste verdursten ;-)