07.09.06 Peron Halbinsel - GPS 25° 30,3' S 113° 30,5' E
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Peron Halbinsel
Die Shark Bay wird nach Westen von der Peron-Halbinsel vom Indischen Ozean abgetrennt. So gesehen
gehört also die Peron auch noch zur Shark Bay, aber unsere Eindrücke hier waren
sehr unterschiedlich zu dem, was wir vom südlichen, von Asphalt-Pisten geprägten Teil
dieser Bucht wahrgenommen haben.
Fährt man von Hamelin Pool nach Nordwest, ist man eigentlich schon auf der Peron. Nach
einigen Aussichtspunkten wie Eagle Bluff
(siehe Galerie unten) kommt man schließlich nach Denham
,
was so etwas wie eine Stadt ist. Von dort aus fahren die meisten Urlauber weiter auf dem
Asphalt nach Monkey Mia an der Ostküste der Peron, aber wir sind hinter Denham nach Norden
abgebogen. Hier endet der Asphalt, und man betritt den Francois Peron National Park. Auf
unbefestigter, aber noch für Straßenautos geeigneter Piste gelangt man zur Peron
Homestead
.
Dort gibt es ein "Visitor-Center" (eine Ansammlung von Doku-Tafeln und ein
Kasten zur Selbstregistrierung), und einen "Hot Tub", ein Bad mit heißem Wasser aus
einer artesischen Quelle. Ein paar (wenige) Menschen leben hier auch, und nach ein paar
Infos zum Zustand der Tracks auf der Peron sind wir dann weiter nach Norden gefahren,
wo uns kein Straßenauto mehr folgen konnte ;-)
Track auf der Peron Halbinsel
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Nach Norden auf der Peron Halbinsel
Die Tracks auf der Peron sind sehr sandig. Der im Bild links geht eigentlich noch, denn
tief unter dem Sand gibt es noch harten Grund, so dass wir diese Strecke (etwa 40 km lang) noch
mit 40-60 km/h fahren konnten - mit reduziertem Luftdruck und eingeschaltetem
Allrad-Antrieb natürlich. Aber die
Landschaft ist fantastisch: Einsam windet sich der scheinbar endlose rote Sand-Track durch
ein Meer von Busch-Vegetation. Wieder und wieder geht es eine der riesigen Dünen hinauf,
und danach wird man von einem Blick vom Dünengipfel auf die Landschaft belohnt.
Ab und zu erwischt man einen Blick auf den Ozean, der
hier nie fern ist...
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Und das sind die gefährlichen - und auch schön anzuschauenden - Passagen bei den
Tracks auf der Peron: "Barridas", wie hier die mit Salzkrusten bedeckten Lehmpfannen heißen.
Immer wieder wird davor gewarnt, auf diesen Salzkrusten zu fahren. Sie sehen hart aus, sind aber
nur dünn und fragil, und darunter findet sich metertiefer nasser Schlamm... Auf Nachfrage
bei der Homestead wurde aber betont, dass der markierte Track sicher sei, auch wenn er teilweise
über die Barridas führt. Es scheint, dass diese Stellen irgendwie verdichtet oder
sonstwie verfestigt wurden, damit man hier nicht versinkt. Allerdings sind diese Stellen der Tracks
gespickt mit tiefen Löchern, aber langsam und vorsichtig kommt man sicher darüber.
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Heralds Bight
So kamen wir dann recht gut bis zu der Abzweigung, die zu Heralds Bight an der Ostseite der
Peron führt. Es war schon spät, so dass wir uns entschieden hatten, diesen frühen
Abzweig zu einem Bushcamp zu nehmen. Außerdem schien uns die Ostseite beim derzeit
stark blasenden Westwind am besten geschützt. Aber schon kurz nach der Abzweigung wurde
der Track deutlich schlechter: Der Sand wurde immer tiefer, bis die Räder keinen Grund
mehr fanden, und so mussten wir bald in den Low Range Gang wechseln, was uns noch eine
Geschwindigkeit von 5-10 km/h ermöglichte. So erreichten wir kurz vor Sonnenuntergang
das Bushcamp am Strand von Heralds Bight (siehe Bild) - und erlebten eine Überraschung:
Der Campground bestand nur aus einem verwahrlosten Grill zwischen zwei Bäumen, um die
der Track kreisförmig herumführte. Und diese Schleife hatte es in sich: War der
Track bis hierhin schon äußerst weich (so dass man auf gar keinen Fall anhalten
mag), war die Schleife am Ende des Tracks die "Krönung": super tief und weich, geradezu
zum Versinken für unseren schweren Camper mit seinen dünnen Reifen! Auch nach mehreren
Versuchen haben wir es nicht geschaft, diese Schleife am Ende des Tracks zu fahren - wir
gruben uns hoffnungslos ein. Letztlich schafften wir es auf den Platz zwischen den zwei Bäumen
in der Mitte der Schleife, denn da war der Grund etwas härter, und haben dort unser Camp
aufgeschlagen. Und das war eigentlich wunderschön: Nur zwei Autos hatten weit weg am
Strand gecampt (hatten breitere Reifen!), und wir standen ganz allein in diesem Camp an der
riesigen Bucht. Das war echtes Outback-Campen, und wir haben es genossen! Nur überlegten
wir den ganzen Abend lang, wie wir wohl morgen die 10 m zurück auf den Track schaffen
sollten, über die weichste Stelle in der Schleife mit ihrem äußerst weichen
Sand, dazu noch leicht berauf...
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Auf dem Weg zum Cape Peron
Am nächsten Morgen haben wir dann noch etwas mehr Luft aus den Reifen abgelassen, und
uns in den sandigen Track gestürzt. Tatsächlich haben wir die weiche Stelle am
Campground so geschafft, und den Rest der Strecke zurück zum Haupt-Track
kannten wir ja schon von gestern. Der Track, der von der Abzweigung zu Heralds Bight weiter
nach Norden führt, wurde aber auch immer schwieriger; schier endlose Passagen, in denen
wir uns im Kriechtempo durch den weichen Sand auf die nächste Düne gekämpft haben.
Aber schließlich, schon nahe am Kap Peron, wurde der Track wieder etwas härter.
Und just dort gab dann unser rechter Vorderreifen auf. Eigentlich unerklärlich - spätere
Untersuchung hat gezeigt, dass der Reifen unbeschädigt war. Zum zweiten mal ist wieder
nur ein Schlauch geplatzt, diesmal bei sehr langsamer Fahrt. Doch ein Nachteil von Split Rim Felgen?
Nun ja, wir hatten Glück im Unglück: Gleich zwei Autos kamen auf diesem wenig befahrenen
Track vorbei, und beide haben uns Hilfe angeboten. Einer der freundlichen Aussies hatte sogar
einen verlängerbaren Schraubenschlüssel, um die Radmuttern zu lösen (im Bild liegt
er auf dem Reserverad). Aber zu
meiner leisen Befriedigung mussten wir feststellen, dass sich die Radmuttern auch mit diesem
Schlüssel einfach nicht lösen ließen... Half also doch nur mein guter
Kreuzschlüssel, den ich nach unserem ersten Plattfuß gekauft hatte, und zwar so:
Einer (der mit dem größeren Gewicht - also ich) steht auf einem Hebel des
Schlüssels,während ein anderer Helfer die andere Seite des Hebels nach oben zieht.
Auf dem Kreuzschlüssel stehend noch etwas wippen, und schon ist eine Radmutter lose.
So ließ sich das Rad dann wechseln; dank auch an Andrea, die das Herunterwinden des
Reserverads und das anschließende Heraufkurbeln des platten Rads unter das Heck unseres
Autos völlig allein gemanagt hat. Im Gegensatz zu unserem ersten Reifenwechsel auf dem
Victoria Highway
war diese Reifenpanne im Outback fast eine "gesellige Runde" ;-)
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Cape Peron
So erreichten wir schließlich Cape Peron, mittlerweile ohne einsatzfähiges
Reserverad. Das Kap ist eigentlich die Sandbank, die man im Bild sieht. Aber rechts und
links davon gibt es beeindruckende Kliffs und Strände, wo roter und schneeweißer
Sand ineinander übergehen (siehe Galerie unten). Vom Kap aus startet auch ein Fussweg
zum Skipjack Point, das nächste Kliff nach Osten. Diesen Walk haben wir dann gemacht,
und dabei gab es wieder viel Sehenswertes - unter anderem die Kormoran-Kolonie (Bild ganz
oben auf dieser Seite). Diese Kormorane sind speziell angepasst: Ihr Gefieder ist nicht
wasserdicht, was beim Jagen unter Wasser hilfreich ist. So hocken sie also in der Sonne am
Strand, und trocknen ihr Federkleid.
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Dieses Bild zeigt Skipjack Point, das Kliff, zu dem wir gewandert sind. Man erkennt die
Schichtungen aus rotem Peron-Sandstein (mindestens 250000 Jahre alt) und Tamala-Limestone,
der sich hier vor etwa 125000 Jahren in der letzten Eiszeit ablagerte.
Wer genau hinsieht,
erkennt auch die Navigations-Bake für die Seefahrer (weißer Mast).
Tatsächlich haben wir hier
aber kein einziges Schiff gesehen, obwohl man vom Kliff aus recht weit sehen kann. Aber die Natur
ist hier sehr speziell. An der Spitze bei Skipjack Point ist eine Aussichtsplatform, und dort
kann man angeblich oft Seeschildkröten, Dugongs, Delfine und Wale sehen. Leider haben wir
nichts dergleichen gesehen, dafür saß ein Galah (eine hier verbreitete Papageien-Art)
auf dem Geländer der Platform (siehe Bild in der Galerie). Zurück am Cape Peron
haben wir dann eine Gruppe Delfine beobachtet, die sich direkt vor dem
Strand tummelte. Es heißt, die Delfine jagen hier oft, indem sie Fische ins Flachwasser treiben,
und dann bewußt stranden, um die Fische zu schnappen - eine für Meeresbewohner riskante
Art zu jagen; sie ist auch von manchen Orca-Populationen her bekannt. Unsere Delfine waren aber
wohl mehr zum Spielen aufgelegt. OK, wir haben sie nicht gefüttert (wie man das in Monkey Mia tut),
aber dafür waren außer uns nur noch 2 Leute am Strand, die das Schauspiel beobachtet haben
- und kostenlos war es auch noch ;-)
Sonnenuntergang am Bottle Beach
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Bottle Beach
Da es inzwischen schon Nachmittag war, und wir den langen Track zurück ohne Reserverad lieber
nicht abends machen wollten, haben wir uns entschieden, die Nacht am nahen Bottle Beach zu verbringen.
Ein Ehepaar aus Neuseeland, das uns schon beim Reifenwechsel geholfen hatte, wollte auch dorthin,
und sie boten uns an, den Rückweg morgen mit uns zusammen zu fahren - falls noch ein Reifenproblem
auftreten sollte. Das haben wir gerne angenommen, und so haben wir bald unser Lager am Bottle Beach
aufgeschlagen. Auch das war wieder Outback-Campen vom Feinsten: Außer den Neuseeländern
und uns war niemand in dieser riesigen und wunderschönen Bucht. Leider war uns das Wasser zu kalt
zum Schwimmen, aber dafür gab es einen tollen Sonnenuntergang, und danach ging der Vollmond auf...
Wir haben den Abend dann noch mit unseren Nachbarn zusammengesessen, aber schließlich wurde der
gesellige Abend durch einen Regenschauer beendet. Ja, Regen! Das hatten wir schon mehr als 3 Monate
nicht mehr! Und hier hatte es noch eine zusätzliche Dimension: Keiner von uns wußte, ob
die Salzpfannen, die wir auf dem Rückweg passieren mussten, uns nach dem Regen noch tragen würden.
So haben wir uns also am nächsten Morgen mit zwei Autos auf den Rückweg gemacht.
Besonders die Barridas haben wir sehr vorsichtig passiert, denn die vielen Löcher auf dem
Track standen alle voll Wasser, und keiner wußte, wie tief sie sind, und wie hart der Grund
darunter noch ist. Aber es ging alles glatt. Nach der Überquerung der letzten Salzpfanne
haben wir noch mit den Neuseeländern einen Kaffee auf dem Track getrunken, uns bedankt
und verabschiedet, denn sie wollten noch in den Westen der Peron. Wir hatten noch etwa 40 km
nach Süden zur Peron Homestead, aber der Track war dort ja einfacher, und auch mehr befahren.
Schließlich sind wir in der Homestead wieder zurück auf den Asphalt gelangt, und dann
ohne weitere Probleme zurück nach Denham, wo unser defektes Rad einen neuen Schlauch bekam.
Fazit: Die Peron-Halbinsel war wunderbar, und wir haben Monkey Mia nicht vermisst! Auf der
Peron gibt es wunderbare Natur, und Outback-Camping vom Feinsten, vorausgesetzt, man stellt
keine hohen Ansprüche an die Ausstattung des Campplatzes, denn außer einem Gruben-Klo
und vielleicht einem verwahrlosten Grill wird man hier nichts finden - außer Natur pur.
Die Strecken ab Peron
Homestead sind nur für 4WDs geeignet, und auch für diese eine Herausforderung, es sei
denn, man hat ausreichend breite Reifen und zwei Ersatzräder ;-)
Und hier noch ein paar Bilder von Peron:
Andrea's Kommentar: Auf den Sandpisten der Peron sind wir mehr geschwommen, fahren kann man das
kaum noch nennen. Aber schön war's, und der Reifenwechsel war dank der geselligen Runde auch
schnell geschafft. Komisch, irgendwie scheint durch die Split Rim Felgen Sand in den Reifen zu kommen,
der dann den Gummi des Schlauchs langsam aufreibt. Hoffentlich sind die restlichen Reifen ok!
Ja, der Regen. Der sollte uns noch eine Zeit begleiten. Und wenn das Kochen draußen bei Wind schon
schwierig ist, so ist es bei Regen fast unmöglich. Gut, wenn man noch einen Rest Chili vom
Vortag hat, den man in einer 10 minütigen Regenpause schnell aufwärmen kann!
Auch der Peron Nationalpark ist sicher gut für einen längeren Aufenthalt, es gibt
noch 'ne Menge schöne Buchten und einsame Campgrounds. Aber bei Regen, kaltem Wind, ohne
Ersatzreifen ist das keine gute Idee.
Die Delfine waren Klasse! Ganz nah am Strand waren bis zu sechs Delfine zu sehen. Keine Ahnung, ob die
gejagt oder nur gespielt haben, war auf jeden Fall toll zuzusehen!