24.07.06 Gibb River Road 3 - Mornington Wilderness Camp - GPS 17° 30,6' S 126° 06,7' E
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Mornington Wilderness Camp
Etwa 40 km westlich der Galvan Gorge kommt man auf der Gibb River Road an den Abzweig
zum Mornington Wildnerness Camp. Kurz nach dem Abzweig findet man ein Häuschen,
in dem ein solarbetriebenes CB-Funkgerät steht. Dort muss man das Camp anfunken,
und fragen, ob noch Platz vorhanden ist. Das war bei uns der Fall, also fahren wir nach
Mornington. Das sind etwa 90 km nach Süden bis zum Camp, und dann nochmal 15 bzw. 24 km zu
den Georges. Die Dame am Funk meinte bezüglich des Straßenzustands, die Straße
sei eigentlich gut, nur die letzten 20 km seinen etwas "rocky", und für diesen Teil
sei "Take it easy" empfehlenswert, das heißt: langsam fahren. Das taten wir dann auch.
Mornington gehört der Australian Wildlife Conservancy (AWC), die nicht müde wird,
zu betonen, dass sie weder Profit-orientiert, noch staatlich kontrolliert sei. AWC unterhält
14 "sanctuaries" in Australien, wobei Mornington mit gut 3000 Quadratkilometern (312000 Hektar)
die Größte ist. Hier wird Forschung betrieben, und versucht, das ehemals für
Rinderhaltung verwendete Land so zu managen, dass es wieder "echtes" Australien wird. Campen
kann man hier auch, wenn es auch nicht ganz billig ist: Zu den 15 AU$ pro Person und Nacht
für einen Platz mit Wasser, aber ohne Strom, kommen noch einmalig 20 AU$ für die
Nutzung der (privaten) "Straßen". Trotzdem: Es lohnt sich! Hier ist man wirklich weit
weg von allem, und es gibt viel ungestörte Natur zu bewundern. Alle 3 Tage gibt es
einen Bildervortrag von einem Mitglied des "Research Team", was sie hier so machen.
Wirklich interessant.
Track nach der Roy Creek Crossing
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Offroad Tracks in Mornington
Aber dahin kommen ist gar nicht so einfach. Die ersten 70 km waren tatsächlich
gut gegradete Gravel-Road (mit "etwas" Corrugation), aber für die letzten 20 km
haben wir gut eine Stunde gebraucht. Carson-Basalt: Das ist es, worauf man hier fährt.
Immer wieder Passagen voller scharfer, oft spitzer, und erstaunlich großer
Steine. Tief-Rot, und sehr hart - Basalt eben. Diese Schicht ist übrigens erstaunliche
1,8 Milliarden Jahre alt, während die Sandstein-Formationen der Gorges aus dem
Devon stammen (etwa 250 Millionen Jahre alt). Im Bild sieht man den Track nach
der Durchquerung des Roy Creeks, kurz vor der Sir John Gorge. Da überlegt man schon,
ob man das wirklich versuchen will. Die Crossings (es gibt einige) sind auch nicht ohne, wenn
auch nicht so tief und so lang wie auf dem Mitchell Track. Tatsächlich haben wir
einige Autos ohne Schnorchel gesehen - das geht also. Aber Allrad-Antrieb und reichlich
Bodenfreiheit hatten alle Autos, die wir in Mornington zu Gesicht bekamen.
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Sir John Gorge
Am ersten Abend haben wir unseren Camper auf einem der geräumigen Plätze des
Camps aufgebaut. Da hat man reichlich Platz zum Nachbarn, es gibt ein paar Wasserhähne,
und Wassertoiletten(!), und sogar solargeheizte Duschen ("etwas" warm) sind gleich in der
Nähe. Strom gibt es nicht, Generatoren sind zum Glück generell verboten, Campfire
leider auch.
Am nächsten Morgen sind wir dann zur Sir John Gorge gefahren. Die Tracks zu den
Gorges sind noch etwas schwieriger als die Anfahrt zum Camp. Beide Gorges (Sir John und Dimond)
hat der mächtige Fitzroy River in den Sandstein geschnitten. Das Camp ist so gelegen,
dass man auf dem Weg in die Gorges zwar einige Flüsse durchfahren muss, aber nicht
den Fitzroy selbst ,denn das wäre unmöglich. Die Sir John Gorge selbst ist
eine langezogene Schlucht, durch die der Fitzroy fließt. Die Formation, in die er sich
eingeschnitten hat, ist schon ein Ausläufer der King Leopold Range, die wir am Ende
der Gibb noch näher kennen lernen sollten. Die Gorge ist riesig, und wildromantisch
schön. Es gibt erstaunliche Felsformationen, und klares Wasser zum schwimmen (mir war es
aber zu kalt).
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Dimond Gorge
Am nächsten Tag haben wir dann an der Rezeption nahe beim Camp ein Kanu in der
Dimond Gorge gemietet. Für 50 AU$ bekommt man Paddel und Schwimmwesten, und in der
24 km entfernten Gorge kann man sich dann eines der 8 Kanus nehmen, und so lange paddeln
wie man mag. Der Track zur Gorge (24 km) ist lang und schwierig, aber es gibt viel zu
sehen unterwegs: Ranges und Mesas (oben flache Berge), Flussdurchfahrten (Highlight ist
der Adcock River), und viel Wildlife, besonders bei den Flusstälern. Die Dimond
Gorge selbst gilt als "eine der größten und spektakulärsten des Kimberley",
und das scheint zu stimmen: Die Gorge ist riesig und sehr vielfältig. Man kann sich
dann kaum vorstellen, dass in einer besonders nassen Regenzeit (wie Anfang 2006 und 2003)
die Gorge vom Fitzroy komplett(!) überflutet wird. Es heißt, der Fitzroy
führt dann so viel Wasser, dass er die riesige Bucht von Sydney in 21 Stunden füllen
könnte! Unsere Kanu-Tour war dann sehr beschaulich. Der Strom in der Gorge ist nur schwach,
man kann sich alles aus der Nähe ansehen, und an einem der Sandstrände landen
und eine kleine Pause machen. In einer Seitenschlucht gibt es noch einen kleinen Wasserfall
mit einem klaren Badepool darunter - alles sehr malerisch. Nach der Kanufahrt sind wir noch
an den Stromschnellen des Fitzroy schwimmen gegangen. Am Ausgang dieser Rapids kann man sich
schön vom Fluss in die Gorge treiben lassen. Alles in allem: Ein wirklich schöner
Tagesausflug.
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Cadjeput Hole
Auf der Rückfahrt von der Gorge haben wir noch einen Abstecher zum Cadjeput Hole
gemacht. Hier verbreitert sich der Fitzroy zu einer üppigen Flusslandschaft
mit riesigem Sandufer. Der Name kommt übrigens von den Cadjeput Bäumen,
einer speziellen Sorte Papierborkenbäume, die hier viel zu finden sind. Den
seltenen Gouldian Finch, ein sehr farbenfroher Fink, zu dessem Schutz Mornington
in erster Linie aufgebaut wurde, haben wir leider nicht gesehen. Dafür trafen wir
einen Dingo kurz nach einer Flussdurchquerung. Er war zwar etwas scheu, aber doch
neugierig genug, um unser Auto im weiten Bogen zu umkreisen, bevor er dann wieder im
Busch verschwand.
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Die ersten 10.000 km...
...gingen ja eigentlich ganz gut! Bei der Rückfahrt zur Gibb erreichte der
Kilometerzähler 118268 km. Das sind genau 10.000 km seit Übernahme in
Melbourne. Wir haben bei dieser Gelegenheit unser Auto "Lutz" getauft, denn der
Hilux wird auch oft nur "Lux" genannt, und "Lutz" klingt immerhin ähnlich.
Gefeiert haben wir mit Bier, von dem Lutz (und jeder seiner Reifen) auch einen
Schluck abbekam. Soviel Ärger wir auch mit der Camper-Ausrüstung
hatten - die Maschine und das Fahrwerk waren bislang ohne jedes Problem - toi toi toi!
Hier noch ein paar Bilder aus Mornington:
Andrea's Kommentar: Tja, Ric hat eigentlich schon alles gesagt. Schade, dass man kein Campfire machen konnte,
ansonsten wunderschön. Sogar eine open-air Bar gab es, in der man abends zum Sonnenuntergang nach dem "anstrengenden Tagewerk"
ein kühles Getränk zu sich nehemen konnte. Das Paddeln in der Dimond war sicherlich eines der Highlights bisher.