Australien 2006
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14.06.06 Auf dem Stuart in die Tropen - GPS   16° 15,2' S   133° 22,2' E Google Maps: Daly Waters Roadhouse

Road Train auf dem Stuart Highway
Road Train auf dem Stuart Highway

Die Butter schmilzt...
Nach den East MacDonnells sind wir über Alice Springs auf den Stuart Highway gefahren. Wir fahren jetzt nach Norden bis es endlich wärmer wird. Die GPS Position oben auf der Seite ist vom Daly Waters Roadhouse, und - endlich - fängt die Butter an zu schmelzen :-)

Auf dem Highway gibt es nicht viel zu sehen - meint man. Aber tatsächlich ist es schon interessant. Die Road Trains, die hier fahren, sind schon ein Hindernis, wenn man wie wir etwas schneller als 100 km/h fahren kann; überholen wird dann oft zur Zitterpartie. Aber selbst auf den Rastplätzen, die so alle 40-80 km am Straßenrand zu finden sind, gibt es oft Erstaunliches zu sehen. So haben wir hier die ersten guten Aufnahmen eines Greifvogels (wahrscheinlich ein Bussard, wenn es jemand genau weiß, sagt es mir) machen können. Am faszinierendsten ist aber, wie sich die Landschaft langsam ändert: von wüstenartig trocken zu savannenartig bis tropisch grün, wie das auf den Bildern ganz unten zu sehen ist.


Am Wendekreis des Steinbocks
Am Wendekreis des Steinbocks

Am Wendekreis des Steinbocks Google Maps: Tropics of Capricorn
Etwa 40 km nördlich von Alice ist die Stelle, an der der Stuart den Wendekreis des Steinbocks (Tropic of Capricorn) kreuzt, und hier ist eine Line auf den Stuart gemalt, die bei dem Monument, das im Bild zu sehen ist, endet. Das ist (nach meiner Messung) bei 23° 26,5' südlicher Breite, oder bei 23,442028° (wie es auf der Tafel an dem Monument steht). Auf dem Bild sind wir also gerade einen Meter in den "offiziellen" Tropen, aber genutzt hat das nicht viel: Der Wind war hier immer noch schneidend kalt, was auch die umfangreiche Bekleidung erklärt. Und das war zur Mittagszeit, also wärmer wird es hier nicht. So hat uns die Kälte bald wieder ins Auto getrieben, und weiter geht es nach Norden...


Bei den Devils Marbles
Bei den Devils Marbles

Devils Marbles Google Maps: Devils Marbles
Die nächste Nacht haben wir dann im Ti Tree Roadhouse verbracht, und es war immer noch ziemlich kalt. Am nächsten Tag haben wir einen Stopp bei den "Devils Marbles" gemacht. Die "Teufelsmurmeln" sind durch natürliche Erosion entstanden, und sind nicht etwa durch Wasser oder durch Bewegung rund geschliffen worden. Das Bild zeigt mich (Ric) vor einem der vielen Exemplare, die dort wir hingeworfen herumliegen.


Im Daly Waters Pub
Im Daly Waters Pub

Daly Waters Roadhouse
Abends sind wir dann in Daly Waters angekommen, und hier war es plötzlich warm! Das heißt: Auch abends spät in kurzen Hosen, nur noch einen Schlafsack, statt wie bisher zwei ineinander, und trotzdem alle 4 großen Lüftungsklappen des Campers nachts offen (bis auf das obligatorische Fliegengitter natürlich), und es war warm!. Also das ist ein Unterschied! Ein bißchen Kopfrechnen: Daly Waters liegt gut 7 Grad nördlich vom Wendekreis, das sind etwa 7 * 60 * 1,8 = 750 km. Kann man in einem Tag fahren, oder - wie wir es gemacht haben - gemächlig mit einer Übernachtung dazwischen. Aber hier ist man wirklich in den Tropen angekommen :-)

Den urigen Daly Waters Pub muss man natürlich besuchen, aber im Gegensatz zu unserem letzten Aufenthalt hier (September 2001) war der Campground gerammelt voll. In der Musikbox läuft immer noch Hardrock (Iron Maiden, etc.), zumindest tagsüber, aber wenn abends die Busse mit den Jugendlichen weitergezogen sind, stellt man sich auf das "typische" Camper-Publikum um, und das ist wesentlich(!) älter als wir! So war denn auch die abendliche Unterhaltung nicht wirklich nach unserem Geschmack - Gitarre und Akkordeon. Und es wäre schon eine deutliche Verbesserung gewesen, wenn die "Künstler" ihre 3 Akkorde wenigstens beherrscht hätten ;-)


Stuart Highway bei Alice Springs
Stuart Highway bei Alice Springs

Stuart Highway bei Daly Waters
Stuart Highway bei Daly Waters

Andrea's Kommentar: Es stimmt: die Butter schmilzt. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist: jetzt muss sie in den Kühlschrank. Und dazu brauchen wir unsere zweite Batterie, die kurz ihren Geist aufgeben wollte. Das Ding war bestimmt noch nie gewartet und rappeltrocken. Ric hat über zwei Liter Wasser reingeschüttet und jetzt hoffen wir, dass sie sich wieder erholt!

Daly Waters war diesmal echt herb! Tags lief der gewohnte Hardrock, aber aus einem gemütlichen Kneipenabend wurde dann nix, da sie dort Football geguckt haben. Draußen im Biergarten gab's Barramundi und Steaks vom Grill mit Salatbar. Leider auch die Abendunterhaltung. Kam mir vor, wie auf 'ner Butterfahrt nach Holland, nur dass man keine Decken kaufen musste. Dieser Typ setzt sich 2 Baby-Adler auf den Kopf, singt zotige Lieder von feuchtem Toilettenpapier und quält dazu seine Gitarre und alle finden das prima. Wir nicht! Aber es war trotzdem herrlich endlich draussen im Warmen zu sitzen und ein kühles Bier zu trinken.

 

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